prev next
Cersten Jakob
Torsten Volberg
Ertugrul Yildiz

job-konzept informiert: Umgangsformen sind wichtig

Personaler beklagen, dass bei Bewerbungen immer häufiger eine sehr wichtige Sache fehlt: das richtige Auftreten, das richtige Benehmen, die Einhaltung der entsprechenden Umgangsformen. Wie kommt das? Und was genau ist damit gemeint?

Heutige Bewerber/-innen sind meistens viel selbstbewusster als sie das in der Vergangenheit waren. Das ist zunächst mal eine gute Nachricht. Die Zeiten, wo Bewerber/innen sich klein machten, verschüchtert vor einem großen Tisch saßen und sich kaum getrauten den Mund auf zu machen, sind wohl endgültig vorbei. Aber das Pendel scheint in vielen Fällen in die andere Richtung auszuschlagen: nicht ganz sauber gekleidete, mit schlecht (oder gar nicht) frisierten Haaren auf dem Stuhl sich lümmelde Bewerber/-innen, die nicht genau wissen, in welchem Unternehmen sie sich bewerben bzw. sich nicht wirklich mit dem Unternehmen beschäftigt haben und keine Argumente liefern können, warum gerade sie geeignet wären.

Viele Bewerber/-innen vergessen, dass Umgangsformen kein spießiges Überbleibsel vergangener Zeiten sind, sondern heute zu den Soft Skills gehören. Das bedeutet, dass Personaler sehr genau schauen, wie sich jemand bewegt, wie sie/er sitzt, wie aufmerksam sie/er zuhört, wie engagiert sie/er über sich selbst, ihre/seine Vorstellungen, ihre/seine Zukunft spricht.

In heutigen Bewerbungsgesprächen wird viel Wert auf Authentizität gelegt. Es geht also gerade nicht darum, sich in ein Kostüm oder einen Anzug zu zwängen, wo jeder sofort das Unwohlsein und damit einhergehend die Unsicherheit sieht. Die Bewerber/-innen sollen sich so kleiden und benehmen, wie es ihnen entspricht.

Und daraus wird im Umkehrschluss: wer ungepflegt erscheint, wer aus der Flasche trinkt, statt das angebotene Glas zu benutzen, wer im Gespräch Umgangssprache benutzt signalisiert seinem Gegenüber eine gewisse Gleichgültigkeit oder Überheblichkeit oder Selbstüberschätzung. Alles Dinge, die kein Personaler will. Und damit haben sich die/der Bewerber/-innen selbst aus dem Rennen geworfen. Mit scheinbaren Nebensächlichkeiten. Umgangsformen haben sich zwar verändert (und das ist auch gut so!), aber sie sind nicht nebensächlich. Sie sind genau so wichtig, wie die übrigen Soft Skills und die nachweisbaren Hard Skills.



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.