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Cersten Jakob
Torsten Volberg
Ertugrul Yildiz

job-konzept informiert über die Anti-Stress-Verordnung

Brauchen Arbeitnehmer/-innen eine Anti-Stress-Verordnung? Und was ist das eigentlich? Die arbeitswissenschaftlich und -schutzrechtlich präzise Bezeichnung lautet: »Verordnung zum Schutz vor Gefährdungen durch psychische Belastung bei der Arbeit«. Darunter fällt auch das inzwischen allseits bekannte „Burnout“.

gabihelmchen_Anti-Stress-Verordnung

Zunehmende Arbeitsbelastung führt zu immer mehr Ausfalltagen.

Steigende Arbeitsintensität, mehr Zeitdruck, längere Arbeitszeiten – circa 70% der Arbeitnehmer/-innen sind der Meinung, dass die Arbeitsbelastung in den letzten Jahren stark zugenommen hat. In einer aktuellen Studie sind allerdings nur 52% der Auffassung, dass es eine gesetzliche Regelung geben sollte, um den Stress zu vermindern; 40 % lehnen eine solche Verordnung ab. Das Hauptargument gegen eine Anti-Stress-Verordnung liegt in der Sache selbst begründet: Stress sei eine subjektive Empfindung, da jeder Mensch ein anderes Stressempfinden hat. Deswegen könne keine allgemeingültige Stress-Belastungs-Grenze festgelegt werden. Zudem würde eine solche Verordnung nur in Berufen und Branchen funktionieren, bei denen sowohl der Tages- als auch der Arbeitsablauf standardisiert ist.

Trotzdem rückt das Thema Anti-Stress-Verordnung immer wieder in den Fokus. Der Anteil der Ausfalltage durch psychische Erkrankungen nimmt deutlich zu. Im Jahr 2001 liegen sie bei 33,6 Millionen, 2010 sind sie auf 53,5 Millionen angewachsen. Es ist davon auszugehen, dass die Zahlen kontinuierlich weiter nach oben gehen. Allein die Tatsache, dass durch die ungeheure Zahl der Ausfalltage ein nicht unerheblicher wirtschaftlicher Schaden entsteht, sollte dazu führen, dass Politik und Wirtschaft ihre ablehnende Haltung gegenüber einer Anti-Stress-Verordnung noch einmal überdenken. Es ist höchste Zeit, die Gesetzeslücke in Deutschland zu schließen. Eine Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor psychischen Fehlbelastungen wird dringend gebraucht.



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